Velothon als Shop4Cross Girl

Der 9. Berliner Velothon ist nun Geschichte. Die schönen Erinnerungen und einige nette Bekanntschaften bleiben aber. Kurzfristig sprang ich für eine leider verunfallte Fahrerin im Shop4Cross Girls Team ein und ging beim Velothon an den Start der 120 km Strecke. Das „Shop4Cross Girls“ Frauenrennprojekt hat Karsten Niemann, ehemaliger Radprofi und Inhaber von Shop4Cross, ins Leben gerufen und organisiert, um Frauen beim Einstieg in den Radsport zu unterstützen. Fleißig haben die Fahrerinnen Wochen und Monate für das große Rennen trainiert. Denn für einige von Ihnen sollte die 120 Strecke beim Velothon die längste gefahrene Distanz und das erste Rennen überhaupt werden.

Nach der geselligen Runde mit Sponsoren und Teamfahrerinnen beim Pizza und Pasta essen, standen wir am nächsten Tag freudig, aufgeregt und erwartungsvoll in unserem strahlenden türkis-lila Rennkit im Block F. Noch einige Augenblicke rätseln, ob wir als Gruppe zusammenbleiben können oder nicht, wie man die berüchtigte Stürze vermeiden kann und wie man die Kräfte am besten einteilt, und dann ging es schon los.

Mir war relativ klar, dass ich den größten Teil des Rennens alleine fahren werde, da es schwierig werden würde in so einem großen Feld zusammen zu bleiben. Schon nach der zweiten Kurve am Potsdamer Platz musste ich etwas Gas geben, um den Kontakt zu einer schnellen Gruppe nicht zu verlieren. Leider enteilte ich dabei auch meinen Teamkolleginnen. So bin ich auf der Überholspur von Gruppe zu Gruppe gesprungen auf der Suche nach einem schnellen Hinterrad. Nach der Havelchaussee fand sich eine homogene Gruppe von ca. zehn Fahrern zusammen, mit der ich das Rennen zu Ende fahren konnte. Eine schöne Überraschung war, dass meine Teamkollegin Sandra ungefähr zehn Kilometer vor Schluss zu mir nach vorne aufschließen konnte. Was habe ich mich gefreut auf den letzten harten Metern des Rennens eine Leidensgenossin bei mir zu haben!

Völlig euphorisch und berauscht von dem flotten Rennen warteten Sandra und ich im Ziel auf unserer Mitstreiterinnen. Was für eine gelungene Veranstaltung! Alle sind flott und sturzfrei ins Ziel gekommen und dabei konnten wir noch die Mannschaftswertung der Frauen für uns entscheiden!

Besonderer Dank an all denjenigen, die es ermöglicht haben: Shop4Cross, Wist-Der Literaturladen, DEBEX, Bar Fritz‘n, Miller&Parthum brand agency, Mohrmann Bauunternehmen, RhönENERGIE Fulda, HofFrisuer, Dr. Benthien Sportpsychologische Beratung

Velothon Ergebnisse, 120 km, Frauen

Mein Strava gps-track

Rund um Buckow oder alle guten Dinge sind zwei

Nachdem ich im Vorjahr das „Rund um Buckow“-Rennen wegen eines unverschuldeten Sturzes mit abgeschrammten Beinen und einer Minusrunde im Gepäck beenden musste (nachlesen), habe ich dieses Jahr auf eine Revanche gehofft. Bei sonnigem aber ziemlich windigem Wetter standen mein Team-Kollege Christian und ich am Start des welligen Rennkurses, den es sechs Mal zu absolvieren galt. Schon im ersten Anstieg habe ich den Kontakt zum Hauptfeld leider verloren und mussten die Zähnen zusammenbeißen, um das aufgegangene Loch wieder zu zufahren. Die Verschnaufpause im Feld war leider nur von kurzer Dauer, da die nächste Windkante und eine Tempoverschärfung mich wieder rasch aus dem Feld beförderten. So ließ ich mich in eine kleine Gruppe hinter dem Hauptfeld zurückfallen und konnte in dieser die verbleibenden fünf Runden zu Ende fahren.

(Fotos by: prinzmediaconcept.de)
Das, was ich mir vor dem Rennen in das Aufgabenheft geschrieben habe, konnte ich gut umsetzen. Die offene Rechnung, die ich mit Buckow hatte, konnte mit einer versöhnlichen Zeit beglichen werden: zweiter Start, zweiter Versuch und zweiter Platz. Alle guten Dinge sind in diesem Fall anscheinend zwei. Mit nagelneuen Bräunungsstreifen an den Beinen und dem Gefühl der inneren Zufriedenheit werde ich in den kommenden Tagen mein Training bestreiten und dem nächsten Rennen entgegen fiebern.

Ergebnisse

Besuch im Radsalon – Reden über Radfahren

Gestern hat mich Regine in ihren Radsalon eingeladen, um mit mir über meinen Radalltag zu plaudern: einfach so, über alles und nichts, ohne festgelegte Themen oder im Voraus ausgedachte Fragen. Die selbstgestellte Aufgabe über dies und das und ohne jeglichen Plan zu reden haben wir, finde ich, sehr gut erfüllt. Hört aber am liebsten mal selber rein:

Debüt beim 10. SiSu-Winterduathlon

Als Saison-Auftakt bin ich dieses Jahr beim in Berlin und in Brandenburg fast legendären SiSu-Winterduathlon gestartet, bei dem 120 Duathleten/innen auf einer 5,5 km Crosslauf-, 21 km CX- und 3 km Crosslauf- Strecke ihre Kräfte messen. Schon im Vorfeld brodelte es in der Szene mit Diskussionen über die diesjährigen Favoriten und versetzte mich in helle Aufregung, von der am Renntag dank netter Gesellschaft meiner Vereinskollegen/innen nichts zu merken war.

Im Grunewald angekommen, spulte ich die übliche Routine ab: Unterlagen abholen, einchecken, Wechselplatz einrichten, mit Bekannten plauschen und sich warm laufen. Nach einer kurzen Wettkampfbesprechung mit letzten Anweisungen konnte man noch kurz durchatmen und dann war es soweit: der Startschuss bei meinem ersten SiSu-Duathlon und meinem überhaupt ersten Cross-Duathlon.

Nach dem ersten schnellen Laufkilometer lag ich bei den Frauen auf Platz 3, musste aber eine Mitstreiterin an mir vorbeiziehen lassen. Ich habe mich entschieden nicht mitzugehen, da das ganze Rennen mit vielen zu bewältigenden Höhenmetern noch komplett vor mir lag. Nach dem ersten Lauf kam ich als 4. Frau in die Wechselzone. Die Vermutung, dass meine MTB-Schnürschuhe zwar schick aussehen, aber sich wenig als Wettkampfschuh einigen, hat sich natürlich bestätigt. Eine gefühlte Ewigkeit stand ich an meinem Platz und habe versucht in der Hektik und mit vor Kälte ungehorsamen Fingern die Schuhe zu schnüren.

Auf dem Rad habe ich versucht die verlorene Zeit wiedergutzumachen und habe noch auf der ersten von vier zu fahrenden Runden festgestellt, dass ich an der Dame, die ich beim Laufen vorgelassen habe, vorbeisauste. Mit Verwunderung und leichten Ungläubigkeit realisierte ich, dass ich nun wieder die dritte Frau im Rennen war. Die ersten zwei Radrunden verflogen wie im Rausch: auf der Geraden Gas geben, im Anstieg am Panzerberg die Oberschenkel zum Heulen bringen, in den Abfahrten an Martins Anweisungen denken und die Finger möglichst weg von den Bremsen lassen und an den sandigen Stellen schön locker weiterkurbeln. So weit so gut.

Auf den letzten zwei Runden bekam ich aber Gesellschaft von einer Athletin, die von hinten auf mich aufholen konnte und im Streit um den dritten Platz ein Wörtchen mitreden wollte. Sie machte mächtig Druck und ich musste wirklich hart beißen, um dagegen zu halten und in den Anstiegen ein wenig Land zu gewinnen. Wir kamen fast gleichzeitig in die Wechselzone rein, da ich gerade bei dem obligatorischen Ab- und Aufsteigen vor den Schikanen viel Zeit verlor. Beim Wechsel auf den zweiten Lauf konnte ich einige Sekunden gut machen. Ich bin mit einer vor Anstrengung pfeifenden Lunge auf den letzten Lauf gegangen und konnte meinen 3. Platz sicher nach Hause bringen. Was für ein unglaubliches und lehrreiches Rennen!

Mit breitem Grinsen im Gesicht und einem Pokal im Gepäck bin ich müde und zufrieden nach Hause geradelt! Die Freude über ein gelungenes Rennen und die liebe Aufmunterung und Unterstützung vom Streckenrad wird mich sicher durch die kommenden Trainingswochen tragen!

Ergebnisliste Classic (5,5-21-3)

Diesmal nehme ich mir nichts vor

Die vergangene Saison war für mich etwas durchwachsen. Kurz vor dem ersten wichtigen Wettkampf hat mich eine Bronchitis in die Knie gezwungen. Da ich meine Niederlage aus Leichtsinn (oder doch Starrsinn) nicht anerkennen wollte, hatte ich fast die ganze Saison lang mit den Folgen zu tun gehabt. Ich hoffe, dass ich daraus gelernt habe und nicht mehr in die gleiche Falle tappen werde. Punktuell hat die Leistung beim Laufen und Radfahren gestimmt und so schaue ich zufrieden auf die Saison 2015 zurück.

Rückblickend stelle ich aber fest, dass es mich immer häufiger aufs Rad zog – auf Kosten zwei anderer Disziplinen. Diesem Drang lasse ich 2016 freien Lauf und melde mich nicht für Triathlon-Wettkämpfe an. Der Neoprenanzug hängt 2016 am Haken. Bitte ausatmen! Das ist nur eine Redewendung!

Sicherlich werde ich der Versuchung nicht widerstehen können, bei dem einen oder anderen Lauf oder Duathlon an den Start zu gehen. Das Hauptaugenmerk wird aber aufs Radfahren gerichtet sein. Und auch hier möchte ich es locker angehen und nicht alle Rennen bis ins kleinste Detail und für jedes freie Wochenende planen. Vielleicht werden Spontanität, Kurzfristigkeit und ich doch noch gute Freundinnen?! Ein wenig mulmig ist es mir beim Gedanken schon, aber ein Versuch ist es wert.

Die Wettkampf- oder Rennteilnahmen, die sich spontan in der Saison ergeben werden, werde ich wie immer hier posten. Ich bin schon sehr gespannt, was aus diesem Experiment wohl wird!