Tested: Sunglasses Restorer

Sie müssen einiges Wegstecken: raue Unterlage des Tisches bei einer Kaffeepause, Wucht eines Sturzes in einem Radrennen oder eine Fall auf die Fahrbahn auf freier Fahrt. Der Arbeitsalltag einer Radbrille ist eben nicht leicht und risikoreich. Es kommt schon mal häufiger vor, dass die Brillengläser ordentlich zerkratzt werden oder gar kaputt gehen. Soll man da besser gleich zu den Original-Ersatzgläsern greifen oder kommt man auch mit Replika-Gläsern gut aus? Da die Original-Ersatzgläser für Oakley Radbrillen nicht ganz so preiswert sind, habe ich den Ersatzgläsern von Sunglases Restorer eine Chance gegeben. Schnell wurden die Gläser für die Radbrille im Shop gefunden und fast genauso schnell lagen die verspiegelte Fire Iridium Gläser in meinem Briefkasten. Soweit so gut!

Das Ersetzen der Gläser ging mühelos und unproblematisch. Die Gläser machen einen robusten Eindruck. Die Beschichtung scheint den ersten Härtetest in der Regenschlacht beim Rollbergrennen gut bestanden zu haben. Nach dem sauber Wischen waren keine Beschädigungen zu erkennen. Der Durchblick ist auch gewährt: es gibt keine störenden Reflexionen. Einzig die etwas groß geratene Gravur im linken Brillenglas ist etwas irritierend. Im Gebrauch kann man allerdings im wahrsten Sinne darüber hinweg sehen.

Mein Fazit: wie kratzfest und langlebig die Gläser sind, kann ich aufgrund der kurzen Nutzungsdauer noch keine abschließende Aussage treffen. Der erste Eindruck und die Erfahrung mit dem Shop sind aber durchaus positiv. Ich bin schon gespannt wie sie sich im Langzeiteinsatz gegenüber den Originalgläsern schlagen werden. Vielen Dank an SURE für die Möglichkeit zu testen.

2. Radkriterium Teltow. Ein Kommentar

Heute schreibe ich keinen Rennbericht. Heute schreibe ich einen Kommentar zu einem Rennen. Auch wenn das Radkriterium in Teltow eine durchaus gut organisierte und nette Veranstaltung ist, hinterlässt sie bei mir einen schalen Nachgeschmack. Das, was die Organisatoren bei der ersten Auflage in 2015 im Jedermannbereich so gut umgesetzt haben, haben sie dieses Jahr aus mir unerklärlichen Gründen über Bord geworfen. Trotz deutlich gestiegenen Teilnehmerzahlen wurden die separat ausgeschriebene Rennen der Jedermänner Ü50/Frauen (24 km) und Jedermänner U50 (36 km) zusammengelegt und über die Renndistanz von 36 km, jedoch mit getrennter Wertung, ausgetragen. Das Ergebnis: eine überfüllte Strecke, mehrere Stürze und ein unübersichtliches Rennen mit drei unterschiedlichen Leistungsniveaus, in dem die Überrundeten nicht aus dem Rennen genommen wurden und störend in das Rennengeschehen eingriffen. Mit der bedauerlichen Entscheidung die Rennen zusammenzulegen wurde mir die Möglichkeit genommen, ein Rennen zu fahren, in dem ich weitgehend mit dem Hauptfeld mithalten und die Renntaktik üben kann. Wirklich Schade, denn reine Frauenrennen oder Rennen, in denen Frauen mit Senioren 3 und 4 starten, gibt es wohl kaum.

Auch die anschließende Siegerehrung sorgte für Irritation und Kopfschütteln. Bei der Siegerehrung der Jedermänner U50 und Ü50 wurden wie üblich die drei Bestplatzierten geehrt. Bei den Frauen durfte lediglich die Frau aufs Siegerpodest, die als erste ins Ziel kam, obwohl insgesamt fünf platzierte Frauen auf der Ergebnisliste standen. Dazu fallen mir einige bissige Bemerkungen ein. Ich lasse diese aber lieber unausgesprochen. Denn ich habe auch schon Siegerehrungen erlebt, bei denen Männer mit Blumensträußen nach Hause gingen und die Frauen nicht mal namentlich erwähnt wurden. Frauen im Jedermann-Radsport. Darüber wird viel gesprochen und so verdammt wenig gemacht.

37. Internationale Oderrundfahrt oder mein Trainingslager an der Oder

Die Taschen sind ausgepackt, die verschwitzen Radklamotten sind gewaschen und das Rad ist geputzt. Nur die Gedanken und Erinnerungen an die 37. Internationale Oderrundfahrt müssen noch sortiert werden. Die Orderrundfahrt zählt zum MOL Cycling Cup, einer Rennserie für Jedermann, die über verschiedene Straßenrennen, Zeitfahren und Kriterien ausgetragen wird. Ich habe mich entschieden zusammen mit meinem Team BRC Endspurt an den Start zu gehen, um Rennerfahrung und wertvolle Punkte für die MOL-Gesamtwertung zu sammeln. Die 37. Internationale Oderrundfahrt organisiert von FRC 90 e.V. ging auch dieses Jahr über vier anspruchsvolle Etappen in und um Frankfurt/Oder.

1.Etappe: Großer Preis der Stadt Frankfurt/Oder – 45 km
Schon vor dem Start der ersten Etappe im Herzen von Frankfurt/Oder war mir klar, dass es kein einfaches Unterfangen sein wird. Als einzige Frau im stark besetzten und nicht sonderlich großen Feld, hieß es für mich gleich in der ersten von 30 zu fahrenden Runden mich allein im lang gezogenen Anstieg zu beweisen und weiter zu kämpfen.

2.Etappe: Rund in der Oderniederung Thälmannsiedlung – 54 km
Bei der zweiten flachen Etappe Rund um die Thälmannsiedlung war nicht der Anstieg, sondern der starke Wind  die große Herausforderung. Auch hier ist mir das Feld nach einer Kurve mit einem 50km/h-Antritt davon gesaust. Vergebens habe ich versucht mit  stechender Lunge und brennenden Muskeln das 10m große Loch zu zufahren. Das Feld war so nah und doch so fern! Damit wurde für mich das Rennen schnell zum Einzelzeitfahren. Ich habe noch gehofft, dass ich vielleicht zu den Rennfahrern aufschließen kann, die etwas später den Kontakt zum Feld verloren haben, aber vor mir war weit und breit keiner. Nur ich, Straße und Wind.

3.Etappe: Güldendorfer Bergpreis – 52 km
Wenn schon die ersten zwei Rennen für mich nicht rund liefen, sollte die dritte Etappe „Güldendorfer Bergpreis“ noch holpriger werden. Das lag nicht nur am kurzen Kopfsteinpflasteranstieg, sondern am Platzregen, der die schmale, kurvige und mit Gullideckel gespickte Abfahrt zu einer wahren Gefahrenstelle für die Rennfahrer/innen machte. Die führenden Teams der MOL-Gesamtwertung haben kurz vor dem Start versucht dem Veranstalter zu signalisieren, dass das Risiko zu stürzen zu hoch sei und sie unter solchen Bedingungen nicht starten möchten. Nach kurzer, unübersichtlicher Abstimmung, ohne jeglichen Dialog oder Versuch einer Lösung, wurde das Rennen in totalem Chaos gestartet. Mein Team hat auf den Start verzichtet. Es wurde auch nicht klar kommuniziert, welche Auswirkungen der Startverzicht auf die MOL-Cup Wertung haben würde. Daher bin ich als einzige aus meinem Team gestartet, um meine Führung nicht zu gefährden. Da ich wusste, dass ich nicht im Feld bleiben werde, war für mich das Risiko überschaubar. In guter Gesellschaft meines Freundes und meiner Team-Kollegen habe ich mich im Regen mühsam 12 Mal über den nassen, rutschigen Kopfsteinpflasteranstieg gequält und bin 12 mal mit über 60km/h die schmale Abfahrt runter geflitzt.

Nass, durchgefroren und enttäuscht über den Ablauf und die Reaktion des Veranstalters sind wir vom Nicht-Rennen in unserem Basis-Lager in Müllrose angekommen. Da viele Einzelfahrer und einzelne Teams vom Startverzicht der führenden Mannschaften profitiert haben, sah die Oderrundfahrt-Wertung nach dieser dritten Chaos-Etappe absurd aus. Damit war die Rundfahrt für mein Team leider gelaufen.

4.Etappe: Rund um den Zeisigberg Podelzig – 75 km
Den Showdown in Podelzig am gefürchteten Kopfsteinpflasterberg mit bis zu 18%-Steigung, hat der Wettergott auch nicht leicht gemacht. Noch im Trockenen konnte ich das Hochfahren am Berg beim Warmfahren testen. Welch eine schmerzhafte Herausforderung nach drei Tagen Rennen-fahren! Pünktlich vom Start der Jedermänner hat es dann noch angefangen zu regnen, so dass auch der Seitenstreifen am Zeisigberg zu einem kaum passierbaren Sumpf wurde. Augen zu und durch! Hochfahren so weit wie es geht, absteigen, kurz schieben, wieder aufs Rad springen und weiter geht’s!

Die Einschätzung, die ich vor der Rundfahrt hatte, hat sich bestätigt: die Oderrundfahrt wurde für mich eher zu einem Trainingslager. Gefallen haben mir  diese vier Tage Rundfahrt aber trotzdem: eine tolle Zeit mit meinen Teamkollegen, anspruchsvolle Etappen, sehr schöne Gegend, gute Gespräche und trotz kleiner Rückschläge viele lustige Augenblicke. Ich komme nächstes Jahr wieder und hoffe, dass es noch ein paar andere Frauen gibt, mit denen ich dann auch mal Rennen fahren kann.

P.S. Vielen Dank an Frank Kreitner von Cycling Sport Foto für die tollen Bilder!

Velothon als Shop4Cross Girl

Der 9. Berliner Velothon ist nun Geschichte. Die schönen Erinnerungen und einige nette Bekanntschaften bleiben aber. Kurzfristig sprang ich für eine leider verunfallte Fahrerin im Shop4Cross Girls Team ein und ging beim Velothon an den Start der 120 km Strecke. Das „Shop4Cross Girls“ Frauenrennprojekt hat Karsten Niemann, ehemaliger Radprofi und Inhaber von Shop4Cross, ins Leben gerufen und organisiert, um Frauen beim Einstieg in den Radsport zu unterstützen. Fleißig haben die Fahrerinnen Wochen und Monate für das große Rennen trainiert. Denn für einige von Ihnen sollte die 120 Strecke beim Velothon die längste gefahrene Distanz und das erste Rennen überhaupt werden.

Nach der geselligen Runde mit Sponsoren und Teamfahrerinnen beim Pizza und Pasta essen, standen wir am nächsten Tag freudig, aufgeregt und erwartungsvoll in unserem strahlenden türkis-lila Rennkit im Block F. Noch einige Augenblicke rätseln, ob wir als Gruppe zusammenbleiben können oder nicht, wie man die berüchtigte Stürze vermeiden kann und wie man die Kräfte am besten einteilt, und dann ging es schon los.

Mir war relativ klar, dass ich den größten Teil des Rennens alleine fahren werde, da es schwierig werden würde in so einem großen Feld zusammen zu bleiben. Schon nach der zweiten Kurve am Potsdamer Platz musste ich etwas Gas geben, um den Kontakt zu einer schnellen Gruppe nicht zu verlieren. Leider enteilte ich dabei auch meinen Teamkolleginnen. So bin ich auf der Überholspur von Gruppe zu Gruppe gesprungen auf der Suche nach einem schnellen Hinterrad. Nach der Havelchaussee fand sich eine homogene Gruppe von ca. zehn Fahrern zusammen, mit der ich das Rennen zu Ende fahren konnte. Eine schöne Überraschung war, dass meine Teamkollegin Sandra ungefähr zehn Kilometer vor Schluss zu mir nach vorne aufschließen konnte. Was habe ich mich gefreut auf den letzten harten Metern des Rennens eine Leidensgenossin bei mir zu haben!

Völlig euphorisch und berauscht von dem flotten Rennen warteten Sandra und ich im Ziel auf unserer Mitstreiterinnen. Was für eine gelungene Veranstaltung! Alle sind flott und sturzfrei ins Ziel gekommen und dabei konnten wir noch die Mannschaftswertung der Frauen für uns entscheiden!

Besonderer Dank an all denjenigen, die es ermöglicht haben: Shop4Cross, Wist-Der Literaturladen, DEBEX, Bar Fritz‘n, Miller&Parthum brand agency, Mohrmann Bauunternehmen, RhönENERGIE Fulda, HofFrisuer, Dr. Benthien Sportpsychologische Beratung

Velothon Ergebnisse, 120 km, Frauen

Mein Strava gps-track

Rund um Buckow oder alle guten Dinge sind zwei

Nachdem ich im Vorjahr das „Rund um Buckow“-Rennen wegen eines unverschuldeten Sturzes mit abgeschrammten Beinen und einer Minusrunde im Gepäck beenden musste (nachlesen), habe ich dieses Jahr auf eine Revanche gehofft. Bei sonnigem aber ziemlich windigem Wetter standen mein Team-Kollege Christian und ich am Start des welligen Rennkurses, den es sechs Mal zu absolvieren galt. Schon im ersten Anstieg habe ich den Kontakt zum Hauptfeld leider verloren und mussten die Zähnen zusammenbeißen, um das aufgegangene Loch wieder zu zufahren. Die Verschnaufpause im Feld war leider nur von kurzer Dauer, da die nächste Windkante und eine Tempoverschärfung mich wieder rasch aus dem Feld beförderten. So ließ ich mich in eine kleine Gruppe hinter dem Hauptfeld zurückfallen und konnte in dieser die verbleibenden fünf Runden zu Ende fahren.

(Fotos by: prinzmediaconcept.de)
Das, was ich mir vor dem Rennen in das Aufgabenheft geschrieben habe, konnte ich gut umsetzen. Die offene Rechnung, die ich mit Buckow hatte, konnte mit einer versöhnlichen Zeit beglichen werden: zweiter Start, zweiter Versuch und zweiter Platz. Alle guten Dinge sind in diesem Fall anscheinend zwei. Mit nagelneuen Bräunungsstreifen an den Beinen und dem Gefühl der inneren Zufriedenheit werde ich in den kommenden Tagen mein Training bestreiten und dem nächsten Rennen entgegen fiebern.

Ergebnisse